Zahnrad Rot Team 2 ValeIm Team denken

„Bei unseren Meetings geht es sportlich zu. Wir springen zu Schlussfolgerungen, weichen der Verantwortung aus, drängen auf mehr Pausen, treiben Argumente zu weit und werfen die Ideen der anderen aus dem Fenster“, lautet ein Manager-Witz. Ganz so schlimm steht es in Wirklichkeit meist nicht, aber Studien zeigen, dass Gruppen ihre Produktivität regelmäßig deutlich überschätzen.

Besonders schwierig wird es, wenn Gruppen nicht nur Informationen teilen und Administratives abhandeln, sondern gemeinsam nachdenken wollen. Damit Gruppen anspruchsvolle Denkarbeit leisten können, müssen Rahmen, Techniken und Gesprächskultur stimmen.


 

Rahmen

Einen günstigen Rahmen setzen, heißt:

  • zuerst prüfen, ob eine Aufgabe in einem Meeting bearbeitet werden sollte oder ob Alternativen wie E-Mail oder Intranet geeigneter sind
  • für Denkaufgaben vorgesehene Meetings nicht vom Tagesgeschäft auffressen lassen
  • think small: nur interessierte Teilnehmer einladen, die einen Beitrag leisten können – unpassende Teilnehmer verlieren Zeit und behindern die Gruppe
  • die Teilnehmer nach Wissen, Fähigkeiten, Standpunkten, Entscheidungsbefugnis und Stakeholder-Repräsentanz auswählen
  • eine Agenda rechtzeitig zustellen, die für jedes Thema Ziele, Leitungsverantwortung, Dauer und Vorleistungen der Teilnehmer spezifiziert
  • den Teilnehmern kompaktes Material zur Vorbereitung zusenden

 
 

Techniken

Verschiedene Techniken machen Besprechungen lebendiger und produktiver:


 
 

Gesprächskultur

Ein höflicher, sogar ein freundlicher Umgang macht noch keine gute Gesprächskultur. Dazu gehört mehr. Zum Beispiel:

  • Hierarchien ausblenden
  • alle Teilnehmer einbinden – scharfe Denker sind nicht immer eloquente Redner
  • aufmerksam zuhören statt eigene Beiträge vorausplanen
  • lösungsorientiert argumentieren, defensive Routinen ablegen
  • Interessen und Emotionen äußern, nicht hinter Argumenten verstecken
  • Kritik konstruktiv formulieren und aufnehmen
  • Energie und Ehrlichkeit von Konflikten nutzen, dann versachlichen
  • Dissenz fördern: sozialen Konformismus und intellektuelles Trittbrettfahren vermeiden
  • Störungen geschickt angehen – Störenfriede bei gutem Verhalten erwischen und loben
  • eine positive Grundstimmung pflegen
  • nicht nur das Offensichtliche sagen – dem Überraschenden Zeit lassen
  • indirekte Beiträge fördern: Zwischenstände zusammenfassen, das Verständnis testen, Meinungsbilder erheben, das weitere Vorgehen planen, den Arbeitsprozess evaluieren
  • Ergebnisse dokumentieren, nachbereiten, teilen und sinnvoll ablegen

 
 

Workshop

Im Workshop besprechen wir, was gelungene Meetings ausmacht. Anhand dieser Best practices evaluieren die Teilnehmer typische Meetings in ihrer Organisation und überlegen Maßnahmen, wie sie besser gemeinsam nachdenken können. Das wenden sie sogleich an, und zwar anhand realer Herausforderungen aus ihrem Arbeitsalltag. Und schon beginnt die nächste Reflexionsrunde.