Six Thinking Hats

Die Grundidee lautet: Jeder Mensch denkt auf unterschiedliche Weisen/Modi und es ist hilfreich, sich dieser Modi bewusst zu sein und sie zu steuern. Edward de Bono  hat hierfür sechs Modi definiert, die mit möglichst geringen Überschneidungen die gesamte Breite des Denkens abdecken sollen. Jedem Modus ist eine Farbe zugeordnet.

Die Bezeichnung dieser Technik als „Six Thinking Hats“ rührt daher, dass die Denk-Modi mit Hüten verglichen werden: Man setzt sie auf, nimmt die Rolle ein, und wechselt ebenso leicht weiter. Der Grund für dieses spielerische Element: „Sei emotional!“ ist schwerer anzunehmen als „Was hältst du davon unter dem roten Hut?“. Ebenso ist die Aufforderung, nicht immer so kritisch zu sein, eher kränkend als jene, nicht ständig den schwarzen Hut zu tragen.

Six thinking hats


Das gesamte Potenzial der Teilnehmer aktivieren

Die meisten Menschen bevorzugen einige wenige Denk-Modi, in denen sie sich sicher fühlen. Besonders in Meetings, in denen andere Teilnehmer die übrigen Denk-Modi übernehmen können, beschränken sie sich auf ihre Domäne. Damit geht ein Teil ihres Potenzials verloren. Die Verwendung von Rollen übt einen sanften Druck aus, damit alle in sämtlichen Denk-Modi ihren Beitrag leisten. Es ist auch eine Einladung: „Spiel einfach mit!“ Und eine Beruhigung: „Jetzt kann ich an der Idee konstruktiv mitarbeiten, auch wenn ich sie für ein Luftschloss halte, schließlich kommt nachher die Kritik-Phase, und dann darf ich meine Vorbehalte schonungslos äußern.“


Als Gruppe konstruktiv denken

Neben den individuellen Präferenzen für einen Denk-Modus existieren auch kulturelle. Seit die griechischen Philosophen das Fundament des Gedankengebäudes legten, das wir als westliche Welt bezeichnen, dominiert bei uns der skeptische Denk-Modus: Wir haben verinnerlicht, dass die Wahrheit im Feuer der Debatte zurechtgehämmert wird. Doch Fakten lassen sich meist besser klären, wenn sie nicht als Waffen in einer intellektuellen Auseinandersetzung betrachtet werden. Ideen müssen gehegt werden, bis aus dem Pflänzchen ein Baum geworden ist, an dem gerüttelt werden darf. Und Emotionen brauchen einen geschützten Raum – sonst zeigen sie sich bevorzugt, wenn sie als Triumph, Schadenfreude oder Wut hervorbrechen. Die Arbeit mit Denk-Modi verhindert die Dominanz der auf Konflikt ausgerichteten Kritik und fördert ausgewogenes, konstruktives Denken.


Als Gruppe koordiniert denken

Um produktiv in einem Modus zu denken, muss man sich auf diesen konzentrieren. Wer Zweifel hegt, ist selten gleichzeitig kreativ. Der Verärgerte geht schlecht mit Fakten um. Und wer sich auf die Chancen fokussiert, übersieht die Umsetzungsprobleme. Das Gehirn braucht Zeit, um sich auf einen Modus einzulassen.

Doch Gruppen denken meist durcheinander. Daher helfen Techniken, die die Denk-Modi der Teilnehmer phasenweise in die gleiche Richtung lenken. Nehmen wir an, die Gruppe trägt den grünen Hut: Statt sich sogleich über die Vor- und Nachteile einer Idee zu streiten, entwickeln erst alle gemeinsam mehrere Ideen. Danach werden mit der geballten Denk-Kapazität der Gruppe unter dem gelben und schwarzen Hut Chancen und Risiken evaluiert. Oder die Gruppe wertet unter dem weißen Hut Fakten aus. Unterbrechungen durch Ideen, Emotionen oder Anmerkungen zum Arbeitsprozess werden möglichst aufgeschoben.


Der Workshop

Wir wenden die „Six Thinking Hats“ auf Herausforderungen Ihrer Organisation an. Dazwischen reflektieren wir immer wieder, wie die Methode funktioniert und was wir daraus lernen können.

Das Ziel ist nicht einfach, dass Sie „die de-Bono-Methode beherrschen“, sondern:

  • dass Sie Erfahrung mit der Methode sammeln und sie Ihren Bedürfnissen entsprechend anwenden und anpassen können
  • dass Sie sich der Gewohnheiten gemeinsamen Denkens in Ihrer Organisation bewusst werden und das Gestaltungspotential erkennen.